Waldorfseminar Hamburg

Hochsensibilität im pädagogischen Alltag

Fr. 05.03.2027 - Sa. 06.03.2027


Hochsensible Kinder und Jugendliche nehmen die Welt intensiver wahr – und fallen im Schulalltag häufig durch Rückzug, emotionale Reaktionen oder Überanpassung auf, ohne als hochsensibel erkannt zu werden. Diese Fortbildung vermittelt ein wissenschaftlich fundiertes Verständnis von Hochsensibilität als Teil des neurodivergenten Spektrums, zeigt die Abgrenzung zu ADHS und Autismus und gibt pädagogischen Fachkräften konkrete Werkzeuge an die Hand, um feinfühlige Schüler:innen sicher zu begleiten.

Details Im schulischen Alltag begegnen Pädagog:innen zunehmend Kindern und Jugendlichen, die intensiver wahrnehmen, tiefer verarbeiten und empfindlicher auf äußere Reize reagieren als andere.
Ihr Verhalten reicht dabei von externalisierendem Ausdrücken – Wutausbrüchen, Tränen und heftigen Reaktionen auf vermeintliche Kleinigkeiten – bis hin zu völligem Rückzug und einer stillen, in-sich-gekehrten Art, die kaum auffällt. Oft werden sie dabei missverstanden und gelten als empfindlich, überempfindlich, schwierig, trotzig oder schlecht erzogen.
Doch was, wenn dahinter keine Störung und keine Schwäche steckt – sondern eine andere neurologische Wahrnehmung? Eine andere Art, die Welt zu erleben? Hochsensibilität ist ein neurobiologisch begründetes Persönlichkeitsmerkmal, das Teil des neurodivergenten Spektrums ist – und sich klar von ADHS, Autismus oder anderen Neurodivergenzen unterscheiden lässt. Diese Einordnung kann die pädagogische Haltung grundlegend verändern: Nicht mehr „Was ist mit diesem Kind?" – sondern „Was braucht dieses Kind in diesem Moment, um sich regulieren zu können?"
Diese Fortbildung verbindet wissenschaftlich fundiertes Wissen über Hochsensibilität und Neurodivergenz mit konkreten Tools für den Schulalltag – von der Unterrichtssituation über den Umgang mit herausforderndem Verhalten bis hin zum Gespräch mit Eltern.
Inhalte der Fortbildung:
● Hochsensibilität neurobiologisch verstehen – Grundlagen und aktuelle Forschung
● Einordnung im neurodivergenten Spektrum: Hochsensibilität, ADHS und Autismus unterscheiden
● Wie hochsensible Kinder und Jugendliche denken, fühlen und wahrnehmen
● Hochsensibilität erkennen: typische Muster im Schulalltag – Klassenraum, Unterricht, Pausen
● Herausforderndes Verhalten entschlüsseln – Reizüberflutung, Rückzug und emotionale Überflutung verstehen
● Feinfühlige Begleitung in der Praxis: konkrete Tools und Strategien für den Unterrichtsalltag
● Hochsensibilität im Gespräch mit Eltern – Verständnis schaffen, Brücken bauen
● Selbstfürsorge und Regulation für pädagogische Fachkräfte – eigene Ressourcen stärken
Ziel der Fortbildung:
Ziel der Fortbildung ist es, pädagogische Fachkräfte dazu zu befähigen, Hochsensibilität bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu erkennen, sicher einzuordnen und professionell zu
begleiten. Die Teilnehmenden erwerben ein fundiertes Verständnis neurodivergenter Wahrnehmungsprofile und erhalten konkrete Handlungsmöglichkeiten für den schulischen Alltag. Darüber hinaus werden sie darin unterstützt, die eigene Feinfühligkeit als berufliche Ressource zu verstehen und die eigene Handlungssicherheit nachhaltig zu stärken.
Svenja Kunert – Vizepräsidentin des TÜV-zertifizierten Instituts für Neurokompetenz, Psychologin, Erziehungswissenschaftlerin und systemische Familientherapeutin
Annika Sander – Ganzheitliche Coachin für Hochsensibilität, zertifizierte Fachberaterin für Neurokompetenz, Dozentin an den Volkshochschulen Calenberger Land und Hannover
Zeiten Samstag, 29.05.2027 von 09.30 - 16.30 Uhr
Verantwortlich Dr. Elisabeth Wispler
Referenten Svenja Kunert
Annika Sander
Zielgruppe Fortbildung für pädagogische Fachkräfte, Ganztagspädagog:innen und Studierende im schulischen Bereich
Kursgebühr

Teilnahmegebühr 200,00 Euro / für die 2. Person der gleichen Organisation gratis. Bitte machen Sie einen Vermerk bei der Anmeldung.

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